Nächtliche Unruhe - Schreien

Meine Mutter, 88 Jahre, leidet an - vermutlich - vaskulärer Demenz. Eine genaue Abklärung wurde nie vorgenommen, kombiniert mit einem gutartigen Hirntumor.

Neuerdings schreit/singt/ruft sie Tag und Nacht - an Schlaf ist nicht zu denken.

Pipamperon und Melperon wirken nicht - nun soll auf Risperdal umgestellt werden.

Mein Vater 94 J ist mit den Kräften am Ende, die 24-Std. Hilfskraft leidet unter der Schlaflosigkeit (sie hört die Mutter bis in die Einliegerwohnung).

Es gibt keine freien Einzelzimmer in den Pflegheimen, in Doppelzimmer wird sie nicht aufgenommen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und weiss, wie wir die Mutter wenigstens für die Nacht ruhig bekommen ?

Wir haben Pflegegrad 2 - Widerspruchsverfahren läuft.

Kommentare

  • Das ist einfach nur schlimm für alle Beteiligten.
    Normalerweise bin ich nicht für Psychopharmaka, aber in diesem Falle wird es nicht anders gehen, befürchte ich. Ist es vielleicht auch möglich, dass man sich im Schichtdienst, um ihre Mutter kümmert, so dass für alle eine Entlastung stattfinden kann? Die Lautstärke der Schreie ect. ist natürlich ein Thema. Und wie gesagt, wenn nichts anderes mehr hilft, wie irgendeine Ablenkung, dann bleiben nur entsprechende Medikamente als Lösung übrig.
    Manche sagen, das verschiedene Demenzen mit dem Vorhof zur Hölle gleichzusetzen sind. Das sehe ich inzwischen genauso.

    Liebe Grüße an Sie
  • Hallo,

    meine Mutter ist 81 Jahre alt und auch Dement. Leider wird sie zunehmend aggressiver und verzweifelter. Mein 81jähriger Vater ist noch bei ihr in der Wohnung, aber er ist selbst nicht ganz gesund. Er und ich sind die Einzigen, die sich um meine Mutter kümmern, mein Bruder hat kein Interesse. Wir alle wohnen in einem Haus, so dass ich alle 2 Stunden nachschauen gehen kann.

    Leider lehnt meine Mutter meinen Vater mittlerweile komplett ab, schimpft nur noch mit ihm rum und will nicht, dass er bei ihr im Bett schläft, so dass er immer öfter ins Wohnzimmer auf die Couch ausweichen muss. Dann steht sie allerdings auf und geht durch die ganze Wohnung, macht überall das Licht an, räumt um und stellt so Einiges an.

    Wir haben mit Hilfe der Hausärztin einiges an Medikamenten versucht.
    Mirtazapin, Melperon, Promethazin haben nicht gewirkt, jetzt haben wir es für Nachts mit
    1/2 Zopiclon versucht und nun schläft sie wirklich nachts meistens durch, was für alle eine Riesenerleichterung ist.

    Liebe Grüße und viel Kraft wünsche ich Dir!
  • Hallo Ihr Drei!

    Ja, das ist ähnlich mit meiner Mutter (85) und meinem geistig aber körperlich auch nicht mehr gesundem Vater (86). Meine Mutter ist auch nachts aktiv in ihrer Demenz. Zum Glück schreit sie nicht und ist auch nicht aggressiv, hat aber Wahnvorstellungen, verstärkt noch durch diverse Krankenhausaufenthalte in den letzten Monaten. Dort hat man sie teilweise fixiert, damit sie sich die Drainagen nicht rausreißt. Allerdings hat man sie in fixiertem Zustand versucht zu zwingen, Tabletten und Essen zu sich zu nehmen, was ich alles erst im Nachhinein erfahren habe. Und seitdem ist sie traumatisiert und hat nachts darüber Alpträume.

    Ihr wurden auch Psychopharmaka und Neuroleptika gegeben, 3 verschiedene Sorten, die ihr auch nur bedingt halfen, durch die sie aber so schwindelig wurde, daß sie sich in der Klinik noch eine Rippenserienfraktur zuzog, wo sie durch innere Blutungen fast gestorben wäre, plus Leberwerte, die fast auf 1000 waren (38 bis 40) sind normal. Deshalb bin ich da jetzt ganz vorsichtig, wenn es eh nichts hilft, sondern den Menschen noch kranker macht. Ich versuche es jetzt mit pflanzlichen Mitteln, die nichts schaden und genauso eine 50 :50 Wirkung haben. Noch kann ich dazu nichts sagen, zu der Wirkung, da sie eine Anlaufzeit von 1-2 Monaten brauchen, und noch keine 3 Wochen vergangen sind.

    Ja, in Phasen sich nachts abwechseln, da suchen wir auch noch nach Hilfe, nur leider kann man da die Krankenkassen vergessen, die bieten bei uns nur ambulante Tageshilfen an, die ich selbst längst mache.

    Ist echt nicht einfach, wenn es soviele Angebote zur Pflege gibt aber nicht wirklich die, die demente Patienten und ihre Angehörigen brauchen.

    Viele Grüße und Euch allen viel Kraft!
  • Ich möchte Euch für alle Beiträge danken-ich bin nicht allein mit diesem Problem-gewesen. Meine Mutter ist Ende Januar 2020 an den Folgen einer Sepsis (entzündete Herzklappe) verstorben. Das Rufen hat bis fast zur letzten Minute angedauert, keines der Medikamente hat wirklich geholfen. Nun hat sie hoffentlich Frieden gefunden. Als ob wir nicht genug mitgemacht hätten, will nun die Krankenkasse die Rechnungen für während Ihrer Lebzeit erbrachten Leistungen nicht rückerstatten.Ich hatte diese nach ihrem Tod eingereicht, manche Rechnungen erhielten wir auch erst nach ihrem Ableben. So kämpfen wir nun an einer anderen Front. Allen Betroffenen möchte ich guten Mut zureden und viel Durchhaltekraft.
  • Meine Mutter, 88 Jahre, leidet an - vermutlich - vaskulärer Demenz. Eine genaue Abklärung wurde nie vorgenommen, kombiniert mit einem gutartigen Hirntumor.

    Neuerdings schreit/singt/ruft sie Tag und Nacht - an Schlaf ist nicht zu denken.

    Pipamperon und Melperon wirken nicht - nun soll auf Risperdal umgestellt werden.

    Mein Vater 94 J ist mit den Kräften am Ende, die 24-Std. Hilfskraft leidet unter der Schlaflosigkeit (sie hört die Mutter bis in die Einliegerwohnung).

    Es gibt keine freien Einzelzimmer in den Pflegheimen, in Doppelzimmer wird sie nicht aufgenommen.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen und weiss, wie wir die Mutter wenigstens für die Nacht ruhig bekommen ?

    Wir haben Pflegegrad 2 - Widerspruchsverfahren läuft.
  • Meine Mutter, 88 Jahre, leidet an - vermutlich - vaskulärer Demenz. Eine genaue Abklärung wurde nie vorgenommen, kombiniert mit einem gutartigen Hirntumor.

    Neuerdings schreit/singt/ruft sie Tag und Nacht - an Schlaf ist nicht zu denken.

    Pipamperon und Melperon wirken nicht - nun soll auf Risperdal umgestellt werden.

    Mein Vater 94 J ist mit den Kräften am Ende, die 24-Std. Hilfskraft leidet unter der Schlaflosigkeit (sie hört die Mutter bis in die Einliegerwohnung).

    Es gibt keine freien Einzelzimmer in den Pflegheimen, in Doppelzimmer wird sie nicht aufgenommen.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen und weiss, wie wir die Mutter wenigstens für die Nacht ruhig bekommen ?

    Wir haben Pflegegrad 2 - Widerspruchsverfahren läuft.

    Mai 2020: Meine Mutter ist Ende Januar verstorben - Hilfe haben wir bis zu Ihrer letzten Minute nicht erhalten. Ich danke allen für Ihre Beiträge - leider ist nun mein Vater von dieser Krankheit betroffen...
  • Hallo, bei mir ist der Ehemann, demnächst 90, betroffen. Ich werde durch den fehlenden Schlaf immer nervöser. Am Tag schläft er immer nur kurz, so dass ich in dieser Zeit auch nicht viel bewegen kann. Tabletten wage ich nicht zu geben, da er nachts sehr sehr oft zur Toilette muss. Welche pflanzlichen Mittel könnte ihr empfehlen? Von der Hausärztin kommt da nichts.

  • Wenn es gar nicht mehr geht muss sie ins Krankenhaus eingeliefert werden.

    Von dort aus suchen die einen Heimplatz und bekommen auch schnell einen. Dafür sind Krankenhäuser nun auch verantwortlich, nennt sich "Entlassungsmanagement".

    Ihr müsst mit dem "Entlassungsmanagement" sprechen und sagen, dass es danach niemand gibt der sich um die Person kümmern kann.

  • Hallo an alle betroffenen Angehörigen,

    mein Vater ist 84 Jahre und leidet an genau den beschriebenen Symptomen. Vor 12 Jahren fing es mit den Alpträumen an und vor 2 Jahren kamen dann Schlaflosigkeit und nächtliches zur Toilette gehen im Minutentakt dazu. Leider hat der erste Neurologe die Krankheit nicht erkannt und meinen Vater mit falschen Medikamenten noch kranker gemacht. Ich habe viel im Web gelesen und bin selber auf Suche gegangen, bis ich auf einen Bericht einer Professorin über die Lewy Body Demenz gestoßen bin und diese dann einfach per Mail angeschrieben habe. Daraufhin haben wir in 2021 einen Termin dort gemacht und die Diagnose LBD stand fest. Mein Vater hat auf alle verordneten Medikamente paradox reagiert und wir sind durch einige Entzüge gegangen mit schlimmen Halluzinationen und wirren Zuständen. Jetzt bekommt er zum Abend hin eine 1/2 Tablette Clozapin und der Schlaf ist ein bisschen besser geworden, aber immer noch nicht gut. Am Tage ist er sehr klar, so dass wir nicht die Notwendigkeit sehen, ihn in ein Pflegeheim zu geben. Trotzdem geht meine Mutter durch den Schlafmangel langsam am Stock. Was ich damit sagen will, ihr müsst mit euren Angehörigen zu Spezialisten gehen, die sich wirklich mit dieser Krankheit auskennen und vor allem, Sie erkennen. Ansonsten gibt es keine Linderung. Gebt bitte nicht auf.

    Viel Kraft für alle!

    Freundliche Grüße

    Martina

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