Beginnende Demenz bei Mutter oder bin ich paranoid?

​Hallo liebes Forum!


Ich bin Ende 20, meine Mutter Anfang/Mitte 60. Ihre Mutter, also meine Großmutter, hat mit Anfang/Mitte 70 Alzheimer-Demenz entwickelt; innerhalb von ca. 8 Jahren wurde diese so schlimm, dass sie am Ende komplett bettlägerig war und niemanden mehr erkannte.


Meine Mutter ist im Gegensatz dazu im Alltag komplett "einsatzfähig". Sie arbeitet in einem verantwortungsvollen, akademischen Beruf und ich sehe keine Anzeichen dafür, dass sie diesen nicht mehr anständig ausführt. Auch im Alltag ist sie in Gesprächen wach wie eh und je, verlegt nicht übers normale Maß hinaus Dinge, zieht sich auch nicht zurück oder wird sonderbar. Auch das Maskentragen vergisst sie nie - das ist ja etwas sehr Neues, wo man meinen sollte, dass ein Demenzpatient damit Schwierigkeiten haben könnte. Nur eine Sache ist mir in letzter Zeit bei ihr aufgefallen: Es kommt vor, dass sie in einem Gespräch ein Detail sagt (sagen wir beispielhaft: "Die Sonja mag ja Tulpen gerne") und es dann im weiteren Verlauf des Gesprächs noch einmal wiederholt; sie sagt es dann nicht auf eine Weise, die so klingt, als wüsste sie, dass sie sich wiederholt. Das kommt vielleicht im Schnitt einmal am Tag (oder noch seltener) vor; mich macht es jedes Mal stutzig und mir schnürt sich der Hals zu, auch wenn ich sie das nicht merken lasse. Dazu muss man sagen: Sie ist oft im Stress und die Gespräche finden oft statt, während sie gerade etwas anderes macht, z.B. heute Weihnachtskarten schreiben. Trotzdem: Ich würde meinen, dass mir z.B. so etwas nicht passiert.


Nun frage ich mich: Kann es sein, dass jemand völlig normal im Alltag steht und sich keinerlei Einschränkungen bemerkbar machen, aber eine solche "Kleinigkeit" schon den Beginn einer Demenz ankündigt? Oder bin ich paranoid und bausche eine normale Schusseligkeit innerlich auf? Die Vorstellung, dass meine Mutter schon in noch berufstätigem Alter diese Krankheit bekommt, macht mich sehr traurig. Vielleicht sind ja hier andere Angehörige, die sich noch erinnern, mit welchen Symptomen es bei den Ihrigen losging.


Herzliche Grüße
worcester

Kommentare

  • Hallo,
    also ich bin kein Angehöriger aber ich bin Altenpfleger, wenn mich das disqualifiziert, dann können Sie mich gerne einfach ignorieren.
    Also ich glaube, dass das nicht besonderes ist, in dem alter und tatsächlich eher eine gewisse "Schusseligkeit", die sich ab einem gewissen Alter einstellt oder auch nur dem geschuldet ist, dass sie im Moment mehr Stress hat als sonst, bzw. sich mehr sorgen macht. Was zur Zeit ja vielen Menschen so geht
    Es kann möglicherweise etwas bedeudet, muss es aber absolut nicht. Noch ist es glaube ich zu früh sich sorgen zu machen.
    Aber vielleicht beim nächsten mal einfach mal die Mutti drauf ansprechen, ob ihr solche Sachen öfter passieren...

    Herzliche Grüße

    Timo
  • Hallo,
    es gibt natürlich ne erbliche Komponente, aber das kann man testen lassen.

    Ich würde mich meinem Vorredner anschließen, mit der Ausnahme, dass ich die Mutter nicht darauf ansprechen würde. Damit macht man sie nur verrückt weil sie dann sicher denkt, dass es bei ihr auch anfängt und sehr sicher merkt sie es ohnehin nicht selbst. Also bringt die Frage auch nichts.

    Im Alter darf man auch etwas vergesslich werden. Das muss noch längst nicht Demenz oder Alzheimer sein. Einfach cool bleiben. Deine Ma hat viel um die Ohren, da kann man schon mal was vergessen.
  • Hallo, Prinzipiell könnte es schon sein, dass diese Satzwiederholung dazu dient, ein Gespräch mit Worten zu füllen, wenn andere Inhalte fehlen (vergessen werden). Aber so wie sich das liest, ist das eher eine Marotte, aufgrund Alters oder Stress oder Unkonzentriertheit, als etwas anderes. Bei Alzheimer passieren für einen gesunden, außenstehenden unerwartete Sachen, Handlungen sind nicht mehr logisch, Aussagen oder Kommentare passen inhaltlich nicht zum Gespräch. ...und es werden oft Ausreden gesucht, warum das doch alles normal ist etc. Ich hatte auch mal einen Kollegen, der ab einem gewissen Alter anfing, sich im Gespräch auffallend anders zu verhalten. Er begann immer dasselbe zu sagen und auch mit der Hand auf den Tisch zu schlagen etc. Ich weiß, dass es damals in der Familie (Pflegefälle, Streitigkeiten in der weiteren Familie...) viel Stress gab, und habe mir immer gedacht, dass er die Verhaltensweisen von da "kopiert" auf andere Gesprächssituationen, einfach weil er sich daran gewöhnt hatte.

Anmelden oder Registrieren, um zu kommentieren.