Hallo zusammen, ich bin neu hier. Mein Vater 84 hat Alzheimer. Meine Mutter 80 ist noch einigermassen ok. Meine Eltern hatten immer eine schlechte Beziehung, haben viel gestritten, Vater sehr verschlossen, Mutter ist egozentrisch und narzisstisch. Die beiden sind entgegen dem Rat meiner Schwester (42) und mir (58) vor einigen Jahren in eine nicht barrierefreue Wohnung gezogen. Auch das Verhältnis zwischen uns Kindern und der Mutter ist schwierig. Wir Kinder sind beide in Psychotherapie. Jetzt ist es so, dass sie zunehmend überfordert und genervt ist, ihn zu versorgen. Sie hat auch Angst Geld auszugeben und blafft Menschen an, die vielleicht helfen könnten, wie zb die Sozialarbeiterin des Krankenhauses, in dem mein Vater kürzlich war. Bisher haben wir nicht viel unterstützt, da meine Mutter jedesmal die Gelegenheit nutzt uns Vorwürfe zu machen, sich nicht an Ausgemachtes hält etc. Aber es kann jederzeit etwas passieren und dann geht es so nicht mehr weiter. Wir wollen uns jetzt als Angehörige beraten lassen. Eine erste wichtige Frage: gibt es Betreuung/Wohnformen, wenn ein Partner dement ist und der andere "nur" alt und überfordert? Meine Eltern sind nicht reich. Betreutes wohnen fällt damit schonmal aus. Gibt es wirklich nur die Variante dass der demente Partner ins Heim muss? Kann eine Tagespflegeeinrichtung die ganze Woche finanziert werden, wer bezahlt das? Derzeit ist er nur an einem Wochentag dort, es gefällt ihm gut, v.a. weil er dort normal und freundlich angesprochen wird.
Es ist wirklich Wahnsinn, wie unser ach so sozialer und reicher Staat die Menschen auspresst wie Zitronen und es dann für solche Situationen so wenig Unterstützungsmöglichkeiten gibt.
Liebe Johanna, danke, dass Du hier schreibst - ich finde das Forum sooo wichtig hier. Schreibe das auch immer wieder - gerade wenig Zeit - Du kannst auch mir auf mira.boerner@t-online.de schreiben.
Für Betreutes Wohnen gibt es aber auch Geld.
Bitte Pflegegrad bei der Krankenkasse beantragen! Abteilung Pflegekasse - ganz wichtig.
Man muss für das Betreute Wohnen ehrlich nicht reich sein.
Auch mit dem Pflegestützpunkt vor Ort sprechen - Wo wohnen die Eltern?
das wichtigste ist , dass ihr einen Pflegegrad für den Vater bekommt. Mein Mann hat PG 3. Vom Pflegegeld kann ich ohne weiteres die Tagespflege an 5 Wochentagen finanzieren.
Zusätzlich nutze ich die Kurzzeitpflege im Altenheim. Da ist dann tatsächlich die Zuzahlung größer. Und da wirds auch ungerecht. Der Anspruch besteht auf 8 Wochen. Nach 2 Wochen müsste ich bereits den vollen Pflegesatz im Heim zahlen.
Aber etwas hilft auch der monatliche Entlastungsbetrag.
Unser "sozialer, reicher Staat presst Menschen nicht aus , wie Zitronen". Es gibt Leistungen. nicht genügend, aber ganz gut. Wenn z.B. die Eltern im Heim sind, müssen Kinder erst ab sehr hohen Einkommen zuzahlen. Wenn allerdings mein Partner ins Heim kommt, dann wirds eng bei mir.
Zum Betreuten Wohnen würde ich nur begrenzt raten. Da muss viel selbst gezahlt werden. Die Wohnform "Betreutes Wohnen" hat keinen gesetzlich geschützten Rahmen. Die Kosten des Betreuten Wohnens zahlt man selbst. Die Krankenkasse zahlt nur Leistungen, die für sie abrechenbar sind. Ich würde bei dieser Wohnform mich sehr genau erkundigen, was in den Grundleistungen enthalten ist. Da ich für die ambulante Pflege gearbeitet habe, weiß ich das Betreutes Wohnen für die Menschen die dort wohnen, eine Sicherheit bietet.
Guten Abend, ich kann Euch und Ihnen nur sagen, dass es die beste Lösung für mich ist - mich mit anderen per WhatsApp/ggf. Telefon auszutauschen - nur Mut allen.
Kommentare
Lieber Gerhild, das dachte ich mir - vielen Dank und alle bitte aufpassen.
Meldet Euch gerne - der Austausch ist so wichtig.
Viele Grüße Mira
Hallo zusammen, ich bin neu hier. Mein Vater 84 hat Alzheimer. Meine Mutter 80 ist noch einigermassen ok. Meine Eltern hatten immer eine schlechte Beziehung, haben viel gestritten, Vater sehr verschlossen, Mutter ist egozentrisch und narzisstisch. Die beiden sind entgegen dem Rat meiner Schwester (42) und mir (58) vor einigen Jahren in eine nicht barrierefreue Wohnung gezogen. Auch das Verhältnis zwischen uns Kindern und der Mutter ist schwierig. Wir Kinder sind beide in Psychotherapie. Jetzt ist es so, dass sie zunehmend überfordert und genervt ist, ihn zu versorgen. Sie hat auch Angst Geld auszugeben und blafft Menschen an, die vielleicht helfen könnten, wie zb die Sozialarbeiterin des Krankenhauses, in dem mein Vater kürzlich war. Bisher haben wir nicht viel unterstützt, da meine Mutter jedesmal die Gelegenheit nutzt uns Vorwürfe zu machen, sich nicht an Ausgemachtes hält etc. Aber es kann jederzeit etwas passieren und dann geht es so nicht mehr weiter. Wir wollen uns jetzt als Angehörige beraten lassen. Eine erste wichtige Frage: gibt es Betreuung/Wohnformen, wenn ein Partner dement ist und der andere "nur" alt und überfordert? Meine Eltern sind nicht reich. Betreutes wohnen fällt damit schonmal aus. Gibt es wirklich nur die Variante dass der demente Partner ins Heim muss? Kann eine Tagespflegeeinrichtung die ganze Woche finanziert werden, wer bezahlt das? Derzeit ist er nur an einem Wochentag dort, es gefällt ihm gut, v.a. weil er dort normal und freundlich angesprochen wird.
Es ist wirklich Wahnsinn, wie unser ach so sozialer und reicher Staat die Menschen auspresst wie Zitronen und es dann für solche Situationen so wenig Unterstützungsmöglichkeiten gibt.
Viele grüsse an euch alle, Johanna
Liebe Johanna, danke, dass Du hier schreibst - ich finde das Forum sooo wichtig hier. Schreibe das auch immer wieder - gerade wenig Zeit - Du kannst auch mir auf mira.boerner@t-online.de schreiben.
Für Betreutes Wohnen gibt es aber auch Geld.
Bitte Pflegegrad bei der Krankenkasse beantragen! Abteilung Pflegekasse - ganz wichtig.
Man muss für das Betreute Wohnen ehrlich nicht reich sein.
Auch mit dem Pflegestützpunkt vor Ort sprechen - Wo wohnen die Eltern?
Herzliche Grüße von Mira.
Liebe Johanna,
bitte lasst Euch beraten - alles, was möglich ist - es gibt so viele Möglichkeiten!
Herzlichst, Mira.
P.S.: Ich habe das Glück, dass es finanziell okay ist - aber das Pech, dass ich dennoch nicht genügend adäquate Helfer habe.
Liebe Johanna,
das wichtigste ist , dass ihr einen Pflegegrad für den Vater bekommt. Mein Mann hat PG 3. Vom Pflegegeld kann ich ohne weiteres die Tagespflege an 5 Wochentagen finanzieren.
Zusätzlich nutze ich die Kurzzeitpflege im Altenheim. Da ist dann tatsächlich die Zuzahlung größer. Und da wirds auch ungerecht. Der Anspruch besteht auf 8 Wochen. Nach 2 Wochen müsste ich bereits den vollen Pflegesatz im Heim zahlen.
Aber etwas hilft auch der monatliche Entlastungsbetrag.
Unser "sozialer, reicher Staat presst Menschen nicht aus , wie Zitronen". Es gibt Leistungen. nicht genügend, aber ganz gut. Wenn z.B. die Eltern im Heim sind, müssen Kinder erst ab sehr hohen Einkommen zuzahlen. Wenn allerdings mein Partner ins Heim kommt, dann wirds eng bei mir.
Zum Betreuten Wohnen würde ich nur begrenzt raten. Da muss viel selbst gezahlt werden. Die Wohnform "Betreutes Wohnen" hat keinen gesetzlich geschützten Rahmen. Die Kosten des Betreuten Wohnens zahlt man selbst. Die Krankenkasse zahlt nur Leistungen, die für sie abrechenbar sind. Ich würde bei dieser Wohnform mich sehr genau erkundigen, was in den Grundleistungen enthalten ist. Da ich für die ambulante Pflege gearbeitet habe, weiß ich das Betreutes Wohnen für die Menschen die dort wohnen, eine Sicherheit bietet.
Vielleicht hilft das erst mal weiter
LG Gerhild
Liebe Gerhild, da habe ich jetzt auch noch viel dazugelernt - super - vielen Dank.
Ja - notfalls kann man sogar Grundsicherung für Betreutes Wohnen beantragen.
Wichtig ist auf jeden Fall gute Beratung, egal über Pflegeberater/Pflegestützpunkt....
immer noch riesengroßes Interesse am Austausch - der ist sooo wichtig - danke - herzliche Grüße von Mira: mira.boerner@t-online.de
Guten Abend, ich kann Euch und Ihnen nur sagen, dass es die beste Lösung für mich ist - mich mit anderen per WhatsApp/ggf. Telefon auszutauschen - nur Mut allen.