Körperflege und Demenz - wie macht ihr das?
So langsam muss ich immer mehr die Körperpflege meines Partners übernehmen. Das ist für mich nicht schwierig - ich war in einem meiner vorherigen Leben Krankenschwester in der Altenpflege. Schwierig ist, er lehnt Hilfe ab, er meint, er schafft das noch allein, er wird verbal (teilweise auch zupackend) aggressiv, wenn ich versuche etwas zu machen.
Ich weiß manchmal nicht, ob ich alles auf einmal erledigen soll. Oder mache ich es lieber in Etappen. Mal mache ich Fußpflege, mal schneide ich Haare, mal mache ich "Penisreinigung", mal werden Zähne gründlich geputzt.Und mit wem redet man über so was? Man kann nur mit Menschen darüber reden, die selbst betroffen sind.
Mal überlege ich, wieder einen Pflegedienst zu holen, der das übernimmt. Vielleicht ist das einfacher. Andererseits lehnt meine Mann in der Kurzzeitpflege jeden Mitarbeiter für Körperpflege ab.
Vielleicht muss ich aber auch nur heute meinen Frust über mal wieder ein Dilemma zwischen Selbstbestimmung und dem drohenden Gang zum Zahnarzt (Urologe?) hier los werden. ;-)
Kommentare
Oh Gott,ohne Worte. Ja,ich helfe auch schon bei der Körperpflege,Fußpflege,Zahnprothese einsetzen und wieder rausnehmen.....
der Alltag ist verplant mit Therapie- und Arztterminen......aber wir haben es immernoch gut geschafft,ich arbeite Teilzeit und habe feste Arbeitstage,da kann ich alles gut planen,aber jetzt,wenn mein Mann nicht mehr richtig beweglich wird kommen die Probleme wohl! Ich hoffe es fügt sich alles!
Ja das sind Probleme mit denen man kaum hausieren geht...ich bade meinen Mann 1 x in der Woche. Das muss reichen er bewegt sich ja kaum u das schwitzen ist auch nicht mehr so extrem wie in der Anfangsphase. Alleine duschen kann er leider nicht mehr. Ich Schneide ab u zu seinen Bart- die hauptarbeit überlasse ich der Friseurin zu der ich ihn regelmäßig mit dem Taxi! mitnehme. Alle 5 -6 Wochen gönne ich uns beiden die mobile Fußpflege. Beim Zähneputzen abends u morgens muss ich ihn auch beaufsichtigen, ich muss ihm auch das Gesicht waschen, er vergisst das sonst. Ich kontrolliere auch dass er sich nach jedem toilettengang die Hände wäscht u greife manchmal auch da ein. Nach dem großen Geschäft arbeite ich zusätzlich zum Papier mit grossem feuchten Toilettenpapier- nachdem er das schon mehrfach in die Toilette geworfen hat u fast eine Verstopfung ausgelöst hat, habe ich das lieber übernommen . Unser Verschleiß an Toilettenpapier ist seit der Krankheit rapide angestiegen... ich habe anfangs gedacht ich komme damit klar u kann das alles akzeptieren. Aber ich muss gestehen dass ich immer noch damit hadere... und ich kann mir nicht vorstellen dass ein Pflegeheim sich derart um ihn kümmern würde wie ich es tue. Ich glaube die würden ihn iwann einfach ruhig stellen. Und ein pflegedienst der 1 -2 am Tag kommt ist immer genau dann da wenn er nicht aufs Klo muss. Also geht es weiter wie bisher zum Glück muss ich ihn noch nicht füttern oder nachts das Bett beziehen aber ich vermute das kommt bestimmt demnächst auch auf mich zu. Spätestens dann werde ich einen pflegedienst hinzuziehen!