Unterstützung mit 59 Jahren in Ostfriesland

Hallo,

seit Juni d. J. hat mein Mann die Diagnose Alzheimer im Frühstadium. Durch den bürokratischen Urwald haben wir uns größtenteils durchgekämpft.

Uns fehlt aber der Austausch mit Gleichaltrigen (U60).

Wir wohnen im Landkreis Leer. Vielleicht gibt es andere Betroffene, denen es ähnlich geht.

Wir würden uns sehr freuen.


Marion

Kommentare

  • Hallo Marion, mein Mann 57 J. hat vor 3 Tagen die Diagnose nach liquoruntersuchung erhalten…

    Symptome hat er keine - diese Test waren alle im Nirmbereich- wir sind gerade noch in der Schockstarre..Man hat einfach nur Angst- wie ergeht es Euch damit?

    LG Anett

  • Hallo , wir sind nicht mehr U60. Aber als mein Mann vor 3,5 Jahren mit 62 die Diagnose Alzheimer bekam, war ich noch keine 60. Was mir kaum begegnet ist, sind Ehepartner, wie ich, die noch arbeiten gehen.

  • Bei meinem Mann wurde es auch nur im Liquor festgestellt. MRT etc. alles unauffällig. Allerdings hat er visuelle Probleme. Es deutet alles auf die Sonderform PCA hin. Mein Mann ist 64 und ich bin auch noch berufstätig. Morgen kommt der Gutachter für den Pflegegrad. Ich bin sehr aufgeregt. Vielleicht ist der Antrag doch noch zu früh? Aber man hat uns geraten, ihn zu stellen. Bitte Daumen drücken.

  • Hallo Marion,

    dass du Menschen suchst, mit denen du dich austauschen kannst, kann ich gut verstehen.

    Ich habe in letzter Zeit öfter mit Leuten gesprochen, die in einer ähnlichen Situation sind – und merke, wie allein man sich damit fühlen kann.

    Mich beschäftigt gerade eine Frage:

    Wenn es irgendwann schwieriger wird – wäre es für dich vorstellbar, mit anderen Paaren in einer ähnlichen Situation in einem Haus zu leben? Also jeder in einer eigenen Wohnung, aber nicht allein?

    Ich merke, dass ich dazu ganz unterschiedliche Reaktionen bekomme und versuche gerade, das besser zu verstehen.

    Viele Grüße

    Achim

  • Mein Mann ist 68 Jahre und wir erhielten die endgültige Diagnose Demenz vom Typ Alzheimer Anfang des Jahres.

    Begonnen hat die schleichende Erkrankung aber bereits schon 2021, da war er 63 mit ersten Auffälligkeiten im sogenannten Uhrentest nach Suhlman, durchgeführt in einer neurologischen Praxis, als auch mit Symptomen/starker Vergesslichkeit im Alltagsgeschehen, beruflich und privat.

    Eine dringend angeratene stationäre Diagnostik lehnte mein Mann bis Ende 2025 ab, trotz gravierender Probleme des Kurzzeitgedächnisses und der Sprache/Wortfindungsstörungen. Seine Angst vor einer Demenz Diagnose war zu übermächtig.

    Nun wurde endlich das Ergebnis der Untersuchungen durch eine Lumbalpunktion gesichert und ich bin erleichtert, weil "das Kind einen Namen hat".

    Schon lange ahnte ich eine Demenzerkrankung hinter den Symptomen und befasste mich im Vorfeld ausgiebig damit. Erst rätselte und hoffte ich, vielleicht doch Auswirkungen einer Depressionen oder berufliches Burnout? Aber MRT, CT, Testungen alles war zu auffällig!

    Für meinen Mann ist die Diagnose Alzheimer Demenz nach wie vor ein Schock. Er kann diese Tatsache kaum verarbeiten, geschweige akzeptieren, was natürlich für mich nachvollziehbar ist. Aber auch mein Leidensdruck war enorm. Innerhalb weniger Monate wurden ihm Pflegrad 1, dann Pflegegrad 2 zugesprochen.

    Wir versuchen gemeinsam stark zu bleiben, die Herausforderung anzunehmen. Mir fehlt aber einfach der Austausch mit " Gleichaltrigen ", kenne kein Paar in ähnlicher Situation im realen Leben. Die Selbsthilfegruppen hier im Umkreis sind meistens mit Angehörigen erkrankter Elternteile Ü80 belegt.

    Morgen habe ich nochmals einen Beratungstermin zu diesem Thema.

    Allen wünsche ich viel Zuversicht und Kraft!

  • Hallo Rosarot!

    Du sprichst mir aus der Seele! Auch ich bin noch berufstätig . Und mein Mann wurde auch erst auf Depression behandelt. Bei einer Kur im Februar vor 7 Jahren fiel dann aber auf das 'etwas nicht stimmt ' und im Juni hatte wir dann die Diagnose Alzheimer. Inzwischen hat mein Mann Pflegestufe 3 und geht seit Februar 3x wöchentlich zur Tagespflege. Er kann fast nichts mehr und schläft viel. Zum Glück ist er ruhig und lieb. Mir fehlen aber die Gespräche so....Wir gehen viel spazieren, aber meistens trottet er einige Schritte hinter mir her. So hatten wir uns die Rente bzw die Zeit davor nicht vorgestellt....

  • Hallo in die Runde,

    bei meiner Frau wurde vor 5 Jahren eine Alzheimer Demenz diagnostiziert. Sie war damals 54. Inzwischen hat sie Pflegegrad 3. Mit 4 Freundinnen, die zur Verhinderungspflege kommen, kriegen wir den Alltag halbwegs gewuppt. Leider kann ich frühestens in 3 Jahren in den Ruhestand gehen. Tagespflege haben wir im letzten Jahr versucht. Aufgrund des großen Widerstands meiner Frau, habe ich sie dort wieder abgemeldet. Ich denke, ihr machte vor allem zu schaffen, dass die älteren Herrschaften dort fitter waren als sie.

    Heute haben wir einen Reha-Antrag gestellt, um noch einmal in das Alzheimer Therapiezentrum nach Bad Aibling zu kommen. Das kann ich allen nur wärmstens empfehlen.

    Herzliche Grüße

    Thomas

  • Ein Hallo an alle,

    vielen Dank für den Alzheimer Therapiezentrum Tipp und herzlich willkommen hier im Forum, Thomas!

    Sehr bewundernswert finde ich die Tatsache, dass vier Freundinnen so hilfsbereit und wertschätzend den Alltag mitorganisieren. Das macht wirklich wahre Freundschaft aus.

    Leider steht mein Mann in seiner Erkrankung (noch) an einem Punkt, keine Hilfe, Unterstützung oder Förderung , jeglicher Art annehmen zu wollen oder auch nicht mehr zu können??

    Er verweigert auf breiter Front in einer hartnäckigen Kombination aus mangelnder Krankheitseinsicht ( 5 Jahre Diagnoseverweigerung trotz Symptome) und eigenwilliger ( Freigeist) Persönlichkeit.

    Diese Kombi macht es oft schwierig für mich, seine Entscheidungen zu akzeptieren, da ich mich an jedem Strohhalm klammer, die Alzheimer Demenz zumindest auch durch geistige Anregungen oder Förderungen der Gedächnisleistungen nach hinten verzögern zu können, mehr Lebensqualität zu erhalten.

    Keine Ergo, keine Physio, keine Tagespflege, keine unterstützende Maßnahmen des Pflegedienstes, anregende gemeinsame Vorschläge meinerseits im Alltag, es wird im Dauerzustand nur abgelehnt.....ich akzeptiere, da sein Widerstand herausfordernd ist.

    Ich denke, ich muss trotz seiner Erkrankung lernen, seine Persönlichkeitsrechte, sein großes Autonomiegefühl weiter zu respektieren........mit einer weiteren Ver schlechterung aber höchst schwierig.

    Wie löst ihr solche Herausforderungen?

    Liebe Grüße, allen viel Kraft und Zuversicht!

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