Neues Alzheimer Medikament - Erfahrungen
Hat hier schon jemand die Therapie mit Lecanemab angefangen? Das Medikament ist ja anscheinend doch nicht so vielversprechend, wie es anfangs mal zu sein schien.
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Kommentare
Mein Mann hat Donepezil genommen. Alzheimermedikamente ändern ja nichts an der Tatsache , dass die Krankheit fortschreitend ist. Er war auf seinen Wunsch hin in einem Forschungsprogramm. Seine Idee war, er hat in seinem Berufsleben als Altenpfleger so viel Menschen mit Demenz gesehen, dass er beim Forschen mithelfen wollte. Das Medikament hat aus meiner Sicht weder geholfen , noch geschadet. Wir sind in 3 Jahren von PG 2 zu PG 5 durchmarschiert.
Liebe Gerlinde, da hat dein Mann ja einen schnellen Verlauf. Das tut mir Leid. Das neue Medikament als Infusion hat er dann aber nicht bekommen, richtig? Mein Mann käme dafür in Frage, aber die Nebenwirkungen sind ja fast größer , als die Erfolge.
Die schnelle Verschlechterung kam durch einen Sturz mit Oberschenkelfraktur. Meinem Mann geht es im Bett gut. Er will das so. Ich denke, er hat sich damit "seinen Rückzugsraum" geschaffen. Alles andere hat ihn überfordert. Das muss niemand leid tun. Ich kann damit gut leben. Bis dahin war mein Mann eher ein "Hinläufer". Jetzt ist es viel ruhiger. Ich kann sogar weiterhin arbeiten gehen.
Alle 2 Wochen eine Stunde einen Tropf, das wäre uns zu stressig gewesen. Ich hätte es abgelehnt, weil man ja bestimmt dabei sein muss, damit der Erkrankte nicht weggeht o.ä. Alle Demenzmedikamente schieben die Erkrankung ja nur auf, es ändert nichts an der Tatsache , dass die Erkrankung fortschreitend ist.
Liebe Grüße Gerhild
Hallo Susanne,
mein Mann ist ein Kandidat für das neue Medikament Lecanemab und wurde in eine Patientenliste aufgenommen.
Laut seiner behandelnden Neurologin soll im Sommer darüber entschieden werden, da vorher noch umfangreiche Voruntersuchungen / Gentestungen durchgeführt werden müssen, er nicht Träger einer doppelten Kopie des ApuE4- Gen sein darf (Gefahr für erhöhtes Risiko von Hirnblutungen ), seltene vererbte Alzheimer Demenz.
Bislang gab es laut Medien und Klinikberichte keine durchschlagenden Erfolge gegenüber der Standardtherapie. Die Euphorie über das neue Medikament ist leider größer als der Nutzen. Starke Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen, Hirnblutungen usw. sind sogar nicht unerheblich , laut Aussage unserer Neurologin, liegen bei ca. 20 % aller Patienten/innen, vor allem mit bestimmten Vorerkrankungen oder bei Einnahme von Blutgerinnungsmedikamenten.
Zurzeit nimmt mein Mann das Medikament Donepizil 10 mg ohne Nebenwirkungen ein und erzielt damit eine leichte Verbesserung seiner kognitiven Defizite, bessere Merkfähigkeit und Konzentration.
Wir überlegen bei dem Altbewährten zu bleiben, denn wie hier schon berichtet wurde, gibt es keine Heilung, allenfalls eine längere Verzögerungsphase, Verlangsamung der Erkrankung. Das Risiko der Nebenwirkungen mit Lecanemab ist uns zu groß.
Außerdem ist mein Mann terminlich aufgrund von Vorerkrankungen bei etlichen Ärzten eingebunden. Jeder Termin zusätzlich stresst ihn enorm. Daher wird eine 14 tägige Gabe des neuen Medikaments in einer weiter entfernten Klinik ihn zusätzlich belasten. Diesen Druck wird er nicht aushalten können. Ein weiteres Kriterium gegen das neue Medikament.
Wir werden uns ausführlich beraten und abwägen.
Viele Grüße
Danke für die Rückmeldungen. Wir haben uns jetzt für das Medikament entschieden und warten darauf, wie es nun weitergeht. Jeder sagt etwas anderes, das verunsichert schon sehr. Dennoch hat man Hoffnung, das es was nützt. 🍀 Ich werde berichten!
Ich kann die Entscheidung sehr gut nachvollziehen, denn die Hoffnung auf positive Auswirkungen neuer Alzheimer Medikamente und Therapien sind riesig. Angehörige und Erkrankte klammern sich an jeden Strohhalm. Es ist schwer mit dem Gedanken zu leben, dass einem geliebten Menschen bislang nur wenig medizinisch geholfen werden kann.
Viel Erfolg und alles Gute!🍀