Verdachtsdiagnose und Ratlosigkeit
Servus zusammen,
ich hoffe, dass ich und meine Familie hier etwas Hilfe oder Denkanstöße finden können.
Kurz zur Situation:
Meine Oma hat seit etwa sechs Monaten einen neuen Partner, nachdem mein Opa vor knapp drei Jahren verstorben ist. Sie hat für ihn ihre Wohnung aufgegeben und lebt inzwischen bei ihm im Haus.
Bereits seit mehreren Monaten (ungefähr seit Dezember 2025) sind uns Veränderungen aufgefallen, die wir vermutlich zunächst falsch eingeordnet haben. Mittlerweile verschlechtert sich die Situation teilweise von Tag zu Tag.
Er verfällt oft in regelrechte „Schleifen“ und stellt dieselbe Frage innerhalb von zwei Minuten drei- bis viermal. Für eigentlich einfache Aufgaben benötigt er sehr lange. Kochen zieht sich teilweise über Stunden, und Dinge wie Wäsche werden häufig vergessen. Wenn man ihn daran erinnert, dass er noch etwas erledigen wollte, kommen oft Antworten wie: „Ja, ich rauche noch schnell eine und dann kümmere ich mich darum.“ Beim letzten Mal hat es beispielsweise fast 17 Zigaretten gedauert, bis er tatsächlich mit dem Kochen angefangen hat.
Bisher gibt es keine medizinische Diagnostik. Der Mann ist nicht mit uns verwandt. Seine Nichte – soweit wir wissen die letzte enge Angehörige – hat ihn wohl bereits eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht unterschreiben lassen. Allerdings scheint sie die aktuelle Situation deutlich weniger kritisch zu sehen als wir.
Die ganze Lage belastet meine Oma zunehmend, und wir bekommen das fast täglich mit. Einerseits sagt sie selbst, dass sie diesen Mann liebt und ihn nicht alleine lassen möchte. Andererseits hat sie ein recht temperamentvolles Wesen und kommt mit diesem möglichen Krankheitsbild nur schwer zurecht.
Vorgestern kam noch hinzu, dass er nachts angefangen hat zu „wandern“. Gegen 2:30 bis 2:50 Uhr stand er auf, fing an zu kochen und rauchte dabei. Als meine Oma ihn am nächsten Morgen darauf ansprach, konnte er sich an nichts erinnern.
Zusätzlich konsumiert er regelmäßig Alkohol (etwa 3–6 Flaschen Bier pro Tag), raucht stark und nimmt nach unserem Wissen auch Kokain.
Wir als Familie sind mittlerweile nervlich ziemlich am Ende, weil es fast täglich neuen Stress oder Drama gibt.
Daher unsere Fragen:
- Können wir überhaupt etwas tun?
- Wie bringt man jemanden dazu, sich untersuchen zu lassen, wenn er Gespräche und Vereinbarungen nach wenigen Minuten wieder vergessen hat?
- Welche Möglichkeiten gibt es, wenn die betroffene Person selbst keine Einsicht zeigt?
Vielen Dank schon einmal für eure Antworten und Erfahrungen. Wir hoffen einfach, dass wir möglichst schnell einen Weg finden, mit der Situation umzugehen.
Grüße aus dem Sauerland
