Tagespflege
Hallo!
Ich bin neu hier. Mein Mann ist 68 Jahre alt, vor fast 7 Jahren wurde bei ihm Alzheimer festgestellt. Da ich noch berufstätig bin und zur allgemeinen Entlastung für mich (ich muss ja zu Hause ALLES alleine machen) geht er seit 2 Monaten 3x wöchentlich zu Tagespflege. Anfangs ging alles gut, er ist ganz gerne hingegangen ( zumindest war es für ihn okay),aber seit letzter Woche gibt es große Probleme. Er weint, ist sauer auf mich und meint er würde weggesperrt. Ich bin völlig am Ende. Hat jemand Erfahrungen mit dem Problem?
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Kommentare
Hallo Sabine,
herzlich Willkommen im Forum. Ich bin auch neu hier und sehr froh, mich austauschen und informieren zu können.
Leider habe ich im Umgang mit der Tagespflege noch keine Erfahrungen gesammelt, da mein Mann, ebenfalls 68 Jahre alt, diese (noch) nicht besucht. Zukunftsperspektivisch möchte ich die Unterbringung in einer Tagespflege auf jeden Fall im Auge behalten, um zwischenzeitlich im Alltag neue Kraft zu tanken oder eigene Termine wahrzunehmen.
Während eines Angehörigenvortrages über das Thema "Umgang mit Demenz erkrankten Menschen ", welchen ich besuchte, wurde u.a. die o.g. Problematik angesprochen. Es ist häufig so, dass zuerst einmal die Tagespflege mehr oder weniger gut angenommen wird und nach einer gewissen Zeit der Eingewöhnung Probleme auftreten können, auch plötzlich verweigert wird. Diese Herausforderung ist nichts Ungewöhnliches.
Die Ursache hierfür ist vielfältig und von Fall zu Fall unterschiedlich. Es steckt selten " Böswilligkeit" dahinter, sondern meist Angst, Unsicherheit, Misstrauen, Überforderung, Scham, vielleicht auch Verlust des Autonomiegefühls. Manchmal können auch körperliche Beschwerden die Ursache sein.
Es wurde angeraten mit Ruhe und Geduld, Verständnis auf die Verhaltensweisen des erkrankten Menschen zu reagieren, nicht zu diskutieren oder zu überzeugen und die Ablehnung z.B. mit drohen, beschimpfen, weinen, schmollen usw.....nicht persönlich zu nehmen. In der Tagespflege sollte nachgefragt werden, ob es zu Zwischenfällen gekommen sei, das Gespräch mit der Pflegedienstleitung der Einrichtung zu suchen, um Veränderungen im Verhalten zu analysieren.
Ein Tipp war z.B. vertraute Gegenstände von zu Hause mitzugeben, die dem Demenzkranken Sicherheit vermitteln oder die Anzahl der Aufenthalte zu reduzieren, was natürlich bei einer Berufstätigkeit der Pflegeperson schwerlich umzusetzen ist.
Auf jeden Fall sollte aber das Ziel der weiteren Unterstützung durch die Tagespflege aufrecht erhalten bleiben, zum einen für den Erkrankten aufgrund des strukturierten Alltags bzw. zur Förderung , zum anderen für die pflegenden Angehörigen zur Entlastung und Erholung.
Ich hoffe, meine Ausführungen können ein wenig weiterhelfen und wünsche alles erdenklich Gute!