Frontotemporale Demenz

Ich habe mich in dem Forum für Frontotemporale Demenz angemeldet. Leider findet dort kein Austausch statt.

Wenn ich darf, würde ich mich gerne hier austauschen.

Mein Mann ist 62 Jahre alt und hat vor ca 5 Jahren während einer Reha die Diagnose erhalten. Im Moment hat er Pflegegrad 2 und ist 70% schwerbehindert. Das größte Problem bei einer FTD ist die Wesensveränderung.

Wenn ich hier zu einem Austausch bleiben kann. Melde ich mich wieder.

Bis dahin wünsche ich Euch alles Gute

Kommentare

  • Hallo Witha,

    ich hoffe, hier in dem offenen Forum klappt es besser mit dem Austausch. Es gibt keine Einschränkungen zu den Demenzformen, über die hier gesprochen werden darf. Das FTD-Forum ist deshalb geschützt, weil die Erkrankten teilweise selbst noch im Netz unterwegs sind und Angehörige sich deshalb einen Ort zum Austausch gewünscht haben, wo nicht alles gleich mitgelesen werden kann.

    Viele Grüße, Susanna Saxl-Reisen, DAlzG

  • Hallo Witha,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch.

    Mein Mann 68 Jahre ist nicht an der FTD erkrankt , sondern seit 2021 an der Alzheimer Demenz, endgültig gesicherte Diagnose Februar diesen Jahres. Deshalb kann ich dir leider aus eigenen Erfahrungen zu der Demenzform wenig berichten.

    Die Symptomatik der FTD ist mir aber durch eine gute Freundin sehr bekannt, deren Mann mit Ende 50 daran erkrankte und mittlerweile verstorben ist. Ich lernte diese Demenzform durch eine tiefgreifende Persönlichkeits und Wesensveränderung kennen , als sehr sehr herausfordernd und unfassbar belastend für die gesamte Familie.

    Sie zeigte sich vor allem im sozialen Leben, sodass es immer wieder zu Schwierigkeiten, Konflikten kam, die den gesellschaftlichen Regeln und Normen nicht entsprachen, als aber auch durch einen Verlust der Impulskontrolle und der Emphatie. Später kamen Orientierungsprobleme und Sprachverlust hinzu.

    Irgendwann war es meiner Freundin leider nicht mehr möglich, ihren Mann zu Hause zu betreuen und zu pflegen, da sein Verhalten zu herausfordernd wurde, er zusätzlich ständig weglief und in der Öffentlichkeit durch sein herausforderndes Verhalten auffiel. Sie fand nach langem Recherchieren eine geschützte stationäre Wohngemeinschaft eines privaten Trägers, in der er bis zu seinem Tod individuell bedürfnisorientiert, liebevoll begleitet wurde.

    Wesensveränderungen wie Impulskontrollverluste erlebe ich bei meinem Mann in der Alzheimer Erkrankung leider auch und so manchesmal erinnert mich sein herausforderndes Verhalten ansatzweise an die FTD. Das finde ich im Alltag unfassbar belastend.

    Alles Gute und viel Kraft!

  • Hallo rosarot

    Ganz lieben Dank für die Nachricht.

    Es ist in der Tat sehr herausfordernd. Das Empfinden funktioniert nicht mehr. Kaum habe ich meinem Mann eine Freude gemacht, dreht er sich um und beleidigt, beschimpft, beschuldigt mich ungerecht. Wenn ich daraufhin wein und mich zurückziehe, merkt er wohl, dass etwas nicht stimmt, aber weiß nicht was. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Nachdem ich 2-3 Tage still war, kommt er allerdings und hat Blumen für mich. Ich muss immer sehr an mich halten, dass ich nicht los poltere. Auch kann ich ihn eine ganze Woche bitten, er möge doch den Rasen mähen. Jeden Tag eine andere Antwort. Mal sind die Akkus nicht geladen, mal ist zu heiß, zu kalt, zu nass. Ich könnte ausrasten, weil ich so machtlos, so enttäuscht bin. Das macht mich vollkommen fertig und traurig. Er sitzt stattdessen lieber den ganzen Tag in seinem Sessel mit dem Handy in der Hand oder schaut TV. Ich versorge ebenfalls noch meine 93 jährige demente Mutter. Ich bin in gewissen Dingen darauf angewiesen, das er mich ein bisschen unterstützt. Für den Garten hab ich mir jetzt schon Nachbarschaftshilfe geholt. Und die Mutter geht jetzt 3 Tage in der Woche in Tagespflege. Ich schaffe es sonst nicht mehr. Ich selbst gehe zum Psychiater und zur Psychologin. Das hilft mir.

    Ich wünsche Euch für heute einen guten Start in den Tag.

    Grüße an Alle

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