Hallo mein Mann hat Alzheimer Demenz

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Kommentare

  • Ja,xauch mein Mann hat seit 2019 die Diagnose Frühe Alzheimerdemenz. Heute ist er 66 Jahre alt.

  • Hallo, ich bin seit langem mal wieder online. Mein Mann hat 2019 die Diagnose Parkinson (IPS) bekommen und im Sommer 2020 wurde die Diagnose revidiert. Es hieß dann plötzlich: a-typischer Parkinson; korticobasales Syndrom mit Alzheimer. Mein Mann Jahrgang 1964 musste dann mit Arbeiten aufhören. Mittlerweile ist der Frührentner und hat einen Pflegegrad 4.

    Möchte hier jemand antworten?


    Viele Grüße

    Dörthe

  • Hallo, ich habe bei meinem Mann den sehr starken Verdacht, dass er an Alzheimer Demenz erkrankt... seine Mutter war seinerzeit auch an Demenz erkrankt. Sie wurde letztendlich in ein Pflegeheim gebracht.

    Viele Verhaltensweisen deuten daraufhin, dass mein Mann nun auch diese Erkrankung bekommt.

    Es gab vor ein paar Monaten eine Vorfall, bei dem mein Mann sehr betroffen wirkte und ich ihn

    auf Alzheimer ansprach und vorschlug, sich doch einmal bei seinem Arzt zu informieren. Aber das lehnte er ab.

    Ich notiere (so etwas wie ein Tagebuch) seither für mich, wenn mir an seinem Verhalten etwas auffällt. Es gibt jeden Monat etwas zu notieren...

    Sehr stark fällt sein aggresives Verhalten auf. Er wird gleich laut, wenn ich seinen Vorschlag nicht gut finde, oder ihn (meinen Mann) kritisiere. So war er vor etwa 10 Jahren nicht.

    Sein Verhalten hat sich tatsächlich mit Eintritt in die Rentenzeit geändert. Seither fällt mir sein verändertes Verhalten auf.

    Wie verhält Ihr euch bei euren Partnern, die beginnende Demenz haben ?

    Wie sieht euer Alltag aus ?

    Ich habe schon viel gelesen bezüglich Frühstadium, deshalb interessiert mich nun auch wie es den "gesunden" Partnern so geht, wie diese ihren Alltag bewältigen....

    Ich sage schon mal Danke für eure Mitteilungen.

  • Hallo, ich bin neu hier. Mein Mann, Baujahr 1963, hat im Januar 2023, die Diagnose Alzheimer bekommen. Er geht seit Dezember 2022 schon nicht mehr arbeiten. Es hat mir ganz schön den Boden unter die Füße weggezogen. Ich stehe noch voll im Arbeitsleben (Schichtdienst). Mein Mann vergisst ziemlich oft, wo was steht oder wo er manche Sachen hingelegt hat. Eigentlich kann ich damit umgehen, außer ich habe zuviel Schichten bei uns gearbeitet. Nun wollte ich mal wissen, wie andere Angehörigen damit umgehen, wo der Partner Alzheimer hat. Und , ob sie mir noch einige Tips oder Ratschläge geben könnte.

    Im Voraus sage ich schon mal Danke...

  • Hallo Maxi !

    Es gibt doch hier einige Tipps, auch wenn sie sich wiederholen. Mach das Beste d'raus d.h. nimm es wie es ist denn so helfen kann Dir eigentlich niemand.

    Lies doch mal meine Beiträge, mit der Zeit beruhigt sich alles und man passt sich bestens der Situation an. Es geht doch um eine geliebte Person und wenn es vielleicht schon etwas zurückliegt kehrt manches zurück und sei es nur ein Mitleidsgefühl.

    Meine Devise: ... es ist halt so.

    Einen schönen Frühling wünsch ich Dir !

    John

  • Hallo,

    mein Mann ist 58 Jahre und hat seit 1 Woche die Diagnose Alzheimer, es gibt seit ca 7 Jahren Probleme, bisher war es laut den Ärzten eine schwere Depression. Leider bezweifle ich das schon längere Zeit. Seit 2018 kann er nicht mehr arbeiten und jetzt werden auch die Dinge, die zu Hause noch erledigt wurden von ihm nach und nach zu meiner alleinigen Aufgabe.

    Unsere Kinder (15,18,19) und wir alle sind aus der Bahn und gerade nur noch ratlos. Ich habe bereits seit einigen Jahren die Verantwortung für fast alles, arbeite mehr als voll und sehe kaum noch Sinn in allem. Die Diagnose hat den Punkt aufgesetzt und ich weiß nicht, was ich nun zuerst regeln soll. Würde mich freuen über einen Austausch.

    viele Grüße

    Dita

  • Hallo an Euch alle, mein Mann Jahrgang 1963 hat seit 2018 die Diagnose alzheimer, ich bin voll berufstätig und wir versuchen so gut es geht den täglichen Ablauf zu bewältigen. Seit langem bin ich auf der Suche nach Austausch, in den Selbsthilfegruppen sind meistens Angehörige von älteren Patienten, allerdings stehen hier andere Probleme im Vordergrund.

    Falls sich jemand austauschen möchte dann bitte antworten.

  • Hallo Bettinachen,

    zu früh abgeschickt den Kommentar sorry.

    Ich hab sehr großes Interesse an einem Austausch. Für uns ist die Situation noch immer nicht richtig klar greifbar. Wir haben jetzt seit Mitte April die Diagnose und alles hat sich dadurch sehr stark verändert. Ich habe sehr große Angst vor der Zukunft und ich stelle fest, dass es nicht leicht ist, sich über das Thema mit Angehörigen auszutauschen mich belastet die Situation so stark, dass ich gern darüber auch öfter sprechen möchte. Leider habe ich eher das Gefühl, dass ich den Menschen damit schon auf die Nerven gehe. Es ist eine unangenehme Situation vermutlich insbesondere für alle, die nicht helfen können, was ich gut verstehen kann. Leider fühle ich mich mit meinen Ängsten sehr allein da und ziellos . Mein Mann spricht kaum noch mit mir.

    wie fit ist Dein Mann noch und habt ihr eine gute Basis miteinander?


    Viele Grüße

  • Hallo,

    mein Mann( 1958)hat die Diagnose Alzheimer vor einem Jahr bekommen. Ich habe erste Veränderungen aber schon vor 4 Jahren bemerkt. Er arbeitet auch schon 3 Jahre nicht mehr, weil er es einfach nicht mehr konnte. Ich (1969) bin noch Vollzeit berufstätig. Keine Ahnung, wie lange es noch möglich ist. Er sitzt den ganzen Tag alleine in seinem Zimmer vor dem Computer. Er geht noch alleine zum Arzt und zum Einkaufen. Ich suche Austausch mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind. Selbsthilfegruppen treffen sich zu Zeiten, wo ich noch arbeiten muss. Wir wohnen im Süden von Köln.

    Ich habe versucht über Facebook eine Gruppe zu finden, aber leider ohne Erfolg.

  • Hallo Maxi Bin gerade frisch dabei ,Ich hoffe Du hast schon Fortschritte mit der Bürokratie gemacht , Ich kann Dich sehr gut verstehen das Dir der Boden unter den Füßen weggezogen wird bei solch einer Diagnose . Von April bis jetzt ist schon einige Zeit vergangen . Wie geht es Dir und Deinem Mann jetzt ,würde mich freuen wenn wir uns austauschen können

  • Hallo zusammen

    Bin auch neu hier u habe gestern in einem anderen Bereich etwas gepostet. Ich suche Kontakt zu Ehepartnern von Demenzkranken , bin 65 u mein Mann ist 67. Die endgültige Diagnose bekamen wir im Frühjahr aber Anzeichen gab es schon vor langer Zeit. Wahrscheinlich begann es mit einer Depression aber die neurologin ist da nicht sicher. Leider hat mein Mann bis zum letzten Jahr eine Untersuchung abgelehnt, ich lebexalso schon länger mit einem sehr vergesslichen Ehemann, mit Wortfindungsstörungen etc. Mittlerweile hat er pflegegrad 3 u ich habe eigentlich kein eigenes Leben mehr. Manchmal möchte ich nur noch weglaufen.

  • Hallo,

    Ich kenne das sehr gut und habe das Gefühl auch meine Verzweiflung wird immer schlimmer. Das einzige, was mir aktuell hilft, ist der Austausch oder grundsätzlich Kontakt Person, die zu hören. Leider gestaltet sich das immer wieder schwierig. Ich vermute, aber das bringt die schlimme Situation mit sich. falls jemand Interesse hat, kann er sich gerne auch persönlich bei mir melden.

    Für mich wird es immer unerträglicher und der Umgang miteinander zunehmend schlechter. Ich höre nur immer, hab Verständnis, kümmere dich aber ich selbst bleibe auf der Strecke. Alles dreht sich nur noch um die Krankheit und ich fühle mich wie fremdgesteuert. Ich kann nach mehreren Jahren nun noch nicht ein bisschen besser mit der Situation umgehen. Die Verantwortung wächst und ich werde zunehmend leerer und die Lebensqualität sinkt. Wir waren eine harmonische Familie und jetzt leiden hier alle und die Kinder wollen nur raus. Das ist sehr bitter und ich fühle mich machtlos und mache mir zunehmend sorgen um die Verfassung meiner Kinder bei diesem ganzen Drama.

    Nach den Angehörigen wird selten gefragt und auf psychotherapeutische Hilfe muss monatelang gewartet werden. Ich würde auch am liebsten weglaufen …

  • Hallo Dita

    Meine Tochter ist glücklicherweise schon älter, für Deine kinder muss das ja viel schlimmer sein...aber auf Hilfe von ihr kann ich leider auch nicht bauen. Sie erträgt ihren Papa in diesem Zustand sehr schlecht, war immer ein papakind. Noch sind unsere Freunde verständnisvoll aber es bröckelt. Auf Dauer will fast niemand das mittragen- ich bin schon glücklich wenn mal jemand zu besuch kommt...ja die Angehörigen werden bemitleidet aber das war es dann auch. Letztlich muss man doch mit allem alleine fertig werden.

  • Ich lese gerade eure Kommentare. Ich bin auch noch voll im Berufsleben. Mein Mann ist 63. Seit einem Jahr wissen wir, dass er Alzheimer hat, seit 5 Jahren gibt es die Vergesslichkeit. Manches läuft, anderes nicht. Es ist wie bei euch allen. Unsere Kinder sind zwar erwachsen, aber die Erkrankung macht ihnen Angst. Für mich ist manchmal die Demenz nicht so schlimm, aber er ist insulinpflichtiger Diabetiker. Und da gibt es Chaos. Was hilft uns: der Pflegedienst, auch wenn das manchmal chaotisch ist, weil immer wieder andere Pflegekräfte kommen. In Berlin gibt es die Diakoniehaltestellen, die ehrenamtliche Betreuer , für eine Aufwandsentschädigung vermitteln. Das Geld für die Verhinderungspflege kann ich nur schwer ausgeben, weil der Pflegedienst zu wenig Mitarbeiter hat , die stundenweise Verhinderungspflege erbringen können. Woran ich leide: wie bei euch, die Kontakte zu Freunden werden weniger. Ich habe manchmal keine Nerven, die Dinge zigmal zu sagen oder anzuhören. Und jeder sagt: Liebe hilft da hindurch, nein meine Liebe reicht oft nicht. Die Ironie ist dassich vor 6 Jahren die Altenpflege verlassen habe, um nicht mehr mit Demenzkranken arbeiten zu müssen, weil dies schon damals nichts für meine Ungeduld war.

  • Liebe Gerhild, mir geht es genauso. Ich bin von Natur aus ein schneller u ungeduldiger Typ...es kostet mich immens viel Kraft, nicht auszuflippen wenn ich iwas zum 100. Mal erkläre u weiss er behält es sowieso nicht. Das pflegegeld gebe ich für Gartenarbeiten aus, denn bä.ume beschneiden fällt nicht unter den 125 Euro Betrag, der jeden Monat fiktiv aufläuft. Mein Mann kann das nicht mehr, ich mache was geht aber manche Sachen sind mir einfach zuviel. Und bei uns gibt es niemand in der Nähe der zertifiziert ist um Haushaltshilfe darüber abrechnen zu können. Das müsste ich also auch vom pflegend bezahlen, dann mach ich es halt weiter. Kommt ja eh selten jemand...

  • Hallo Ihr Lieben, ich bin sehr froh, dass ihr ein Austausch stattfindet. Ich selbst fühle mich oft sehr schlecht, aber leider gelingt es mir auch nicht geduldig zu sein im Gegenteil.

    ich fühle mich eingesperrt, obwohl ich den ganzen Tag arbeite. Ich weiß nicht, wie lange das noch so funktioniert. In unserer finanziellen Situation ist es nicht vorstellbar, mit dem Job aufzuhören. Das möchte ich mit 53 auch auf keinen Fall. Und ich bin sicher, dass es mir auch nicht gelingen wird, aufopfernd zu pflegen. Ich weiß es gibt Partner, die bekommen das hin. Für mich weiß ich, dass es nicht klappen wird. dann frage ich mich, warum ich so bin. Aber Für uns sind bereits die letzten fünf Jahre schon katastrophal gelaufen. Meine jüngste Tochter ist 15, die anderen im Abi. Die Kinder und auch ich können nicht akzeptieren, was wirklich passiert. Es ist zu schleichend und wird schlimmer und schlimmer. Die Spannungen hier zu Hause sind unerträglich. es wird kaum gesprochen und wenn, darf ich keine Kritik äußern, sonst wird er laut und alle ziehen sich in ihre Zimmer zurück, letztlich sitze ich immer allein mit mir und Abend für Abend .

    Wenn man weiß, was das für Auswirkungen hat, auch auf die Zukunft der Kinder, dann könnte ich noch mehr verzweifeln.

    Ich arbeite bis abends dann räume ich auf, mache Essen, wenn ich noch die Motivation habe und kümmere mich um Papierkram Schule und nachts kann ich nicht schlafen. Ich hätte gerne eine Haushaltshilfe, aber dafür reicht das Geld nicht.

    Es ist beruhigend zu hören, dass meine Gedanken und Empfindungen auch andere kennen. Ich finde es wichtig, dass wir als Angehöriger für uns auch ein Recht darauf sehen, so zu fühlen, wie wir es gerade tun. Es muss doch einen Ausweg geben, ohne durch die Situation auch noch selbst krank zu werden oder jegliche Kontakte zu verlieren.

    Schlimm, dass so etwas passiert, dass Menschen, die sich noch vor Jahren interessiert haben, plötzlich fernbleiben.

  • Hallo zusammen,

    ich habe in Demenz oder Depression schon über meinen Mann berichtet und möchte auch hier noch ein etwas schreiben. Ja, es ist nicht einfach, wenn der Partner sich verändert und am Ende die Demenz steht. Noch haben wir keine Diagnose, mein Mann widersetzt sich einer Abklärung und ich bin auch noch nicht soweit, dass ich eine endgültige Diagnose haben möchte.

    Das schlimmste ist wohl das alleine gelassen werden. Was die Veränderunges des Partners mit einem selbst macht, das ist für mich sehr belastend und mir tut es gut wenn ich hier lese, dass es euch auch so geht. Mir hilft das im Moment wirklich sehr. So viele Fragen, die einem durch den Kopf gehen, ich habe oft das Gefühl ich stecke in einer Zwangsjacke und komm nicht mehr raus. Mein Mann bleibt ungern alleine, er braucht mich in seiner Nähe, mir wird es zuviel. Wenn ich mal für mich sein möchte, muss ich ihn mit irgendetwas beschäftigen.

    Mich gibt es doch auch noch und ich finde mich oft selbst nicht mehr wieder. Mein Mann hat vorraussichtlich keine Alzheimerdemenz sondern geht in Richtung FTD. Sein Sozialverhalten wird schlechter, das Sprechen ist abgehackt, der Gang nach vorn gebeugt und mit kleinen Schritten. Aber vergesslich ist er nicht, er fährt noch sicher Auto und wir können auch noch vieles unternehmen. Nur behandelt er mich oft wie ein unreifes Kind, dem man sagen muss wo es langgeht. Und er duldet keine Widerworte, dann wird er böse. Und doch kommt er immer mal wieder zurück und ist der Partner, den ich mal hatte.

    Ich hab mich drauf eingestellt, bin still geworden, habe meine Bedürfnisse zurückgestellt und tue alles, um ihn nicht aufzuregen. Und ich verliere mich dabei.

    Und dann denke ich manchmal, wenn alles noch viel schlechter wird und er vielleicht garnicht mehr die Kontrolle über sein Verhalten hat, dann würde ich wahrscheinlich sagen, es war ja noch ganz erträglich. Daran halte ich mich im Moment fest, ich versuche alles positive noch in mir aufzunehmen, auch wenn es manchmal nur Augenblicke sind.

    LG euch allen und ganz viel Kraft

    Manou

  • Hallo Dita, hast du denn gar keine Hilfe. Kannst du nicht das Betreuungsgeld oder die stundenweise Verhinderungspflege nutzen? Ich habe zu lange selbst in der Altenpflege gearbeitet um zu wissen, dass Pflegedienste nicht zu wenig Mitarbeiter aber oft nicht anwesende Mitarbeiter haben. Der Ausweg sind manchmal Selbsthilfegruppen. Aber auch für mich ist diese, in der Großstadt, zu weit weg. Ich habe keine Energie da hin zu fahren. Ich bin 59. Meine Kinder sind längst erwachsen und selbst für die ist es schwer die Situation zu akzeptieren. Gäbe es denn für dich eine psychotherapeutische Möglichkeit? Evtl. müsste für dich doch auch noch eine Kur über das Müttergenesungswerk in Frage kommen?

  • Hallo Manou, die Zwangsjacke kenne ich. Für mich gibt es eit 40 Jahren kein Leben ohne diesen Mann. Aber es ist nicht mehr der Mann den ich mal lieben und schätzen gelernt habe. Ja, manchmal ist er es noch. Aber im Alltag um das Leben mit Demenz und der Beobachtung eines insulinpflichtigen Diabetikers plus meinem Beruf, verliere ich mich manchmal. Manchmal versuche ich noch ehrenamtliches zu machen. Aber dafür reicht die Energie nicht. Außerdem will ich nicht länger außer Haus sein, weil ich dann nicht weiß, was gerade wieder los ist. Ich bin ja für den Job schon bis Nachmittags unterwegs. Wo ist die Grenze der Erträglichkeit?

  • Hallo,

    meine jüngste Tochter ist 15. Grundsätzlich sind meine Kinder sehr selbstständig. Aber sie stehen vor Berufsscheidungen, Abi und können nicht akzeptieren, was mit ihrem Vater ist. Ich kann das nur begleiten aber auch nicht ändern.

    ich muss Vollzeit arbeiten, sonst reicht es nicht trotz der Pflegestufe, die wir mittlerweile glücklicherweise bekommen. Jetzt kommt der Abbau hinzu und es gruselt mir davor, wie die Zukunft aussehen könnte.

    Ich nehme ihn möglicherweise noch immer zu ernst und werde sehr oft sehr laut beschimpft. Alles geht nur, wenn ich nichts sage und dauerhaft freundlich bin und alles super finde. Ich möchte mich nicht so behandeln lassen. Krankheiten oder her.

    Hier leiden jetzt jedenfalls fünf Leute und sitzen alle am sinkenden Schiff. Jeder zieht sich zurück und alles gemeinsame geht nach und nach verloren. Wir waren mit den Kindern immer sehr eng. Jetzt finden kaum noch Gespräche statt.

    Unsere Beziehung ist gescheitert, schon mit Beginn der Depression. Und jetzt fehlt mir natürlich jede Motivation.

    Psychotherapieplätze sind kaum zu bekommen, es sei denn, man ist Selbstzahler und ich frage mich, was soll denn dabei rauskommen. Man ist mit diesem Problemen oft alleine und das Umfeld versucht sich rauszuhalten.

  • Hallo,

    Ja diese Ausweglosigkeit macht einen fertig. An manchen Tagen arrangiere ich mich- wenn ich mal ausreichend geschlafen habe...dann ist der Tag nicht ganz so schlimm wie die anderen. Für mich sind selbsthilfegruppen auch keine Option weil hier auf dem Land Mangelware u wenn dann schlecht erreichbar für mich. Ebenso psychotherapie . Also helfe ich mir mit Baldrian, Johanniskraut u Co. Über die tage u Nächte. Aber das ist natürlich keine dauerlösung. Hab aber leider keine andere Idee. Ihr vielleicht?

  • Guten Morgen,

    als bei meinem Mann die Depression festgestellt wurde, war ich erst einmal erleichtert, aber mit der Zeit wurden mir seine Episoden oft zur Last. Das Resultat war ein schlechtes Gewissen. Ich hab viel gelesen über Depressionen und dass Kranke viel Zuwendung brauchen, bloß war mein Vorrat an Zuwendung nach einigen Jahren aufgebraucht. Jetzt kommt noch das oft unangemessene Verhalten dazu. Wie oft habe ich schon an Trennung gedacht, habe auch gedacht, dass meine Beziehung am Ende ist. Aber mein Mann ist ja immer noch derjenige, den ich mal kennen und lieben gelernt habe. Daran denke ich zurück, wenn er mir mal zu sehr zusetzt. Ich sehe ihn dann als den Mann, der er einmal war und der jetzt in ihm irgendwo eingeschlossen ist.

    Er ist immer noch da, und ich denke als Frau und Mutter schaffe ich auch das was vor mir liegt. Wir sind Mütter, haben Kinder bekommen, gesorgt, gemacht und getan, verzichtet und wenn die pubertierenden Kinder mal friedlich waren haben wir uns gefreut und gehofft, das es jetzt entspannter wird.

    Oft denke ich, ich befinde mich gerade wieder in der Phase der Mutter eines pubertierenden Kindes. Mit dieser Einstellung kann ich mit meinem Mann besser umgehen, er ist halt so, ich habe für mein Kind vieles zurückgestellt, jetzt also auch für meinen Mann. Wir hatten doch auch über 30 Jahre gute Zeiten, daran halte ich mich fest.

    Ich hab schon Zeit meines Lebens eine positive Lebenseinstellung, das kommt mir zugute. Auf meinen erwachsenen Sohn kann ich nicht bauen, der hat seine eigene Familie und kein Interesse an uns, außer wenn er Geld braucht. Also bin ich auf mich alleine gestellt und ich werde das hinbekommen, das habe ich mir fest vorgenommen.

  • Liebe Manou,

    Mit vielem hast du natürlich recht. Ich sehe das ein bisschen anders .

    Vor Jahren schon hat unsere Hausärztin meinem Mann in meinem Beisein gesagt- Sie sind körperlich gesund, ich kann absolut nichts finden, bitte überlegen Sie ob es nicht wirklich psychisch ist. Bedenken Sie dass eine Depression/burnout nicht nur Sie betrifft sondern besonders auch Ihre Familie! Leider hat mein Mann nicht auf sie gehört...die Folge ist nun eine Demenz. Das kann ich ihm iwie nicht verzeihen. Deshalb tue ich mich wahrscheinlich auch so schwer mit seiner Diagnose. Meine Gefühle für ihn sind lange weg. Früher war er mein bester Freund, heute ist er mein 2. Kind....ich wollte aber nie mehr als 1 Kind. Ich weiss dass ich es leichter hätte wenn ich das alles als gegeben hinnehmen würde und mich ergeben würde. Aber das kann ich einfach -noch- nicht.

  • Liebe Lilykatze, ich kann dich gut verstehen. An solch einem Punkt war ich auch schon einmal, dass ich damit gehadert habe, dass mein Mann hier in meiner Situation nicht auf mich gehört hat. Er war arbeitssüchtig, ist in Rente gegangen ohne Hobbys, ohne Freunde und ohne Interessen. Ich habe auf ihn eingewirkt, er möge sich ein Hobby suchen oder eine Beschäftigung, das hat er aber nicht. Er hat so vor sich hingelebt und ist geistig immer mehr verarmt. Und trotzdem, es war seine Entscheidung so zu leben, es war sein Leben. Ich habe es hingenommen, habe lange mit mir gekämpft bis ich es akzeptieren konnte. Mit der Akzeptanz habe ich mich nicht ergeben, ich habe eine Herausforderung angenommen. Das fühlt sich einfach besser für mich an, ich stehe damit besser da, nicht auf der Verliererseite.

  • Liebe Manou, ich wollte ich könnte das auch- ich sehe mich leider noch so: mitgehangen mitgefangen.. warum sind fast immer nur die Männer so uneinsichtig ...mein Argument war immer er würde es doch auch für die familie tun wenn er zum Psychologen ginge- wurde absolut ignoriert u das tut bis heute weh. Jetzt sieht er seine Felle davon schwimmen u lobt mich überall- was er für eine gute frau hat, wie gut ich mich um ihn kümmere etc. Und das macht es noch schlimmer

  • bearbeitet Oktober 2023

    Hallo Liliykatze, Ideen habe ich auch keine. Das alte Leben ist weg und das neue ist so unplanbar. Ich finde es beängstigend zu wissen, dass die Depression Auslöser für die Demenz ist. Ich suche auch immer wieder nach der "Schuld" für die Demenz. Mein Mann hatte vor 6 Jahren eine Chemotherapie , die ich abgelehnt habe . Ich fand sie unnötig, weil der Tumor gutartig und völlig beseitigt war. Seitdem ging alles los. Mir fehlt einfach alles: Sexualität, Erotik, Geburtstagsgeschenke, miteinander reden, jemand zum Einkauf schicken können,... . Manchmal bin ich auch an der Stelle "Mitgefangen, mitgehangen" , wenn da nicht manchmal noch der Funke von Zuneigung wäre ... oder vielleicht ist es auch die Angst.... wenn ich ein Altenheim nutze, dann sind die Ersparnisse weg, die ich mir in den letzten Jahren endlich, nachdem ich nicht mehr für die Kinder sorgen muss, für meine/unsere Rente ansparen wollte.

  • Liebe Gerhild,

    Über eine Heimunterbringung mache ich mir auch schon Gedanken- aber soweit ist mein Mann noch nicht und ich bin auch nicht sicher, ob ich das für ihn möchte. Er ist zum Glück auch nicht aggressiv oder böse zu mir. Ich hoffe das bleibt noch eine weile so- wenn ich manche Kommentare u die infobroschüren so lese ,dann stehen mir die Haare zu Berge...Noch schaffe ich es alleine mit der Pflege, aber die Verantwortung für alles zu haben das erdrückt u überfordert mich manchmal. Früher haben wir uns über alles ausgetauscht, heute geht es nur noch darum, ihn bei Laune zu halten, mit ihm zu üben damit sein jetziger Stand möglichst lange erhalten bleibt. Er ist wie ein Spiegel - wenn ich mal nicht gut drauf bin, ist er es es auch nicht. Ich darf mir keine schlechte Laune erlauben oder traurig sein. Das setzt mich massiv unter Druck.

  • Hallo Ihr Lieben,

    mir hat man gleich zu Beginn gesagt, ich sollte mir schon mal einen Heimplatz suchen für meinen Mann. Der Gedanke ist immer gruselig und nicht vorstellbar. Leider ist es aber auch nicht vorstellbar, so weiter die nächsten Jahre zusammen zu leben, da wir nicht miteinander sprechen können und ich es nicht schaffe, die Krankheit so akzeptieren und mich darauf einzulassen, mich rund um die Uhr zu kümmern und alles andere aufzugeben.

    Es gibt egal wie ich es drehe, kaum Auswege und das macht mürbe…

  • Hallo zusammen,

    ich kann alles was ihr schreibt so gut nachvollziehen. All diese Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, die Angst den Herausforderungen nicht gewachsen zu sein, der Verlust der gewohnten Lebensumstände, Zukunftsängste die einen plagen.

    Ich bin seit 5 Jahren am routieren, im Kopf habe ich meinen Mann verlassen, mir eine kleine Wohnung gesucht. Ich habe mich in verschiedenen Freizeitforen angemeldet, in einem Seniorenforum und bin abhängig davon geworden. Zum Glück habe ich da wieder rausgefunden. Ich habe in Gedanken akribisch alles gesammelt, was ich gegen meinen Mann vorbringen konnte um einen Grund zu finden, ihn verlassen zu können. Jeden Tag hatte ich den Gedanken im Kopf dieses Leben, was nun unerträglich zu werden schien, zu verlassen und mir ein neues Leben aufzubauen. Und das, obwohl wir lange gemeinsame und glückliche Jahre hatten.

    Das ging 5 Jahre lang so und ich bin fast durchgedreht, habe ständig mit dem Ringen um gehen oder bleiben gelebt. Mich hat das soviel Energie gekostet. Jetzt merke ich, dass sich meine Einstellung ändert. Das hat angefangen, als ich mich hier im Forum angemeldet habe, das ist noch garnicht lange her. Jetzt scheint sich der Knoten im Kopf zu lösen, ich fange an mich abzufinden.

    Nun fange ich an wieder klarer sehen. Ich versuche nicht mehr, meinen Mann in unserem gemeinsamen Leben zu halten. Er ist in einem anderen Level, ich bin in meinem, aber wir sind zusammen. Er ist jetzt so wie er ist und ich lasse ihn sein. Mich hat auch so lange die Sorge umgetrieben, alles erarbeitete und ersparte zu verlieren und das Haus aufgeben zu müssen, falls mein Mann mal ins Heim muss. Ich habe mich damit auseinandergesetzt und Lösungen für mich/uns gefunden.

    Ich kann jetzt die langen 5 Jahre in der ich auf der Flucht vor den Veränderungen war hinter mir lassen und mich den Herausforderungen stellen. Das wünsche ich allen hier auch. Dass der Zeitpunkt bald kommt, an dem sich die Gedanken wieder beruhigen und sich neue Wege auftun. Auch wenn es jetzt vielleicht noch so weit weg zu sein scheint.

    Ich bin froh, dieses Forum hier gefunden zu haben, es hilft mir weiter.

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