Alzheimer-Demenz mit 55 Jahren / Beginnende Demenz

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Kommentare

  • Wie hat es sich bei uns entwickelt? Mein Mann liegt im Bett, das macht den Alltag einfacher.

    1x wöchentlich kommt morgens eine ehrenamtliche Betreuungskraft für 3 Stunden. Das klappt gut. 1x morgendlich bin ich da. Ich gehe täglich zwischen 1- 4 Stunden arbeiten. Nachmittags kommt 4x wöchentlich der ambulante Dienst und hilft bei der Intimpflege.

    Mein Mann ist komplett inkontinent. Sein Sprachvermögen ist stark begrenzt. Zur Beruhigung bekommt er jetzt Psychopharmaka. Er war stark unruhig und hatte Stimmungsschwankungen. Es hat sich etwas gebessert. Er lehnt Hilfe oft ab. Er versteht nicht was ich will. Ich mache entweder langsam oder "was muss das muss". Ich lenke ihn ab oder mache schnell, so dass er erst hinter mitbekommt, was los war. Mich stört seine Ablehnung wenig, weil ich weiß, es gehört zum Krankheitsbild. Ich überzeuge nicht, argumentiere nicht und diskutiere nicht. Es gibt ja nicht nur Ablehnung und fehlende Empathie. Es gibt auch Umarmen und Küssen.

    Ich würde einen Umzug in ein Heim nie als „weggeben“ empfinden. Ich glaube, es gibt ein Negativbild vom Leben im Altenheim in unserer Gesellschaft. Ich selbst habe in verschiedenen Pflegeeinrichtungen gearbeitet. Es ist so, Pflege ist dort immer abhängig von den Mitarbeitenden. Was ist denn die bessere Alternative, wenn Pflege zu Hause nicht mehr leistbar ist? Heime haben eine 24/7 Versorgung, das ist zu Hause, zumindest für mich, nicht machbar.

  • Hallo- ich heiße Anett und bei meinem Mann 57 Jahre wurde Alzheimer diagnostiziert. Erschwerend kommt hinzu das er seit 5 Jahren Diabetiker Typ 3 ist. Er besitzt keine Bauchspeicheldrüse und auch keine Galle und Milz mehr. Der Alzheimer wurde durch das Nerven Wasser gefunden- es sind noch keine Symptome wie vergessen da- wir haben unglaubliche Angst vor dem was kommt- ich suche Austausch- vielleicht gibt es hier ähnliche Falle. Wie schafft man es mit solch einer Diagnose zu leben/ man will die gute Zeit nutzen , hat aber nur schlechte Gedanken und dann diese Angst.. ich weiß einfach nicht mehr weiter😞

  • Liebe Anett, Willkommen - du schreibst es selbst, die Aufgabe ist jetzt, die gute Zeit noch zu nutzen. Hole dir Hilfe: Pflegestützpunkt, Selbsthilfegruppen, evtl. Betreuung oder die ambulante Pflege. Bei mir war es auch die Kurzzeitpflege, die Tagespflege und Urlaubsangebote mit Demenzkranken und Angehörigen.

  • Hallo Anett,

    du schreibst, dass bei deinem Mann bisher nur im Nervenwasser Hinweise auf die Alzheimer-Krankheit gefunden wurden, er aber noch keine Symptome hat. Dazu muss man zunächst einmal sagen, dass die Biomarker keine Aussage darüber machen, wann die Symptome ausbrechen. Das kann durchaus noch 15 Jahre dauern oder vielleicht sogar mehr. Wichtig zu wissen ist auch, dass ein gesunder und aktiver Lebensstil eindeutig die Entwicklung der Krankheit hinauszögern kann. Wissenschaftliche Ansätze und Programme dazu gibt es zum Beispiel im Alzheimer Präventionszentrum der Uniklinik Köln: https://psychiatrie-psychotherapie.uk-koeln.de/klinik/koelner-alzheimer-praeventionszentrum/

    Vielleicht hilft es euch auch, euch intensiver mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Einige Alzheimer-Gesellschaften bieten beispielsweise Seminare für Demenzbetroffene und Angehörige gemeinsam an. Man kann sich dort aber auch einfach beraten lassen: https://www.deutsche-alzheimer.de/adressen

    Auch eine therapeutische Begleitung ist in eurer Situation durchaus angemessen. Denn mit einem solchen Damoklesschwert leben zu müssen, ist wirklich nicht einfach.

    Ich wünsche euch alles Gute

    Susanna Saxl-Reisen, DAlzG

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